Im 19. Jahrhundert war Kathedralglas der Standard für traditionelle Kirchenfenster. Louis Comfort Tiffany empfand dies jedoch oft als zu "flach" und eindimensional, was ihn zur Entwicklung seines berühmten Opaleszenzglases führte. Dennoch blieb Kathedralglas ein unverzichtbares Werkzeug in seinem Atelier.
Kontrast und Tiefenwirkung
Der große Unterschied liegt in der Lichtdurchlässigkeit. Während opaleszentes Glas milchig ist und das Licht streut, ist Kathedralglas vollständig transparent (wenn auch gefärbt). Tiffany kombinierte diese beiden Typen oft in einem Design:
- Luft und Wasser: Durch die Verwendung von transparentem Glas für den Himmel wirkte der Hintergrund weiter entfernt, was der Landschaft Tiefe verlieh.
- Lichtakzente: Direkter Lichteinfall durch Kathedralglas sorgte für Glanz, während die opaleszierenden Teile einen sanften Glanz ausstrahlten.
Gerade die Abwechslung zwischen diesen beiden Glastypen verleiht einem Tiffany-Fenster oder einer Lampe ihre Dynamik. Sie zwingt das Auge, an einer Stelle durch das Glas zu schauen und an einer anderen Stelle auf das Glas zu fokussieren.
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