on December 29, 2025

Die Libellenlampe: Analyse von Tiffanys ikonischstem Jugendstildesign

Die Libellenlampe (Dragonfly Lamp) ist eine der begehrtesten und bekanntesten Kreationen aus der Produktion von Tiffany Studios. Sie ist ein Paradebeispiel für die Art Nouveau-Ästhetik und gewann auf der Weltausstellung 1900 in Paris eine Medaille.

Urheberschaft und Anerkennung: Die Rolle von Clara Driscoll

Das Design der Libellenlampe, manchmal auch als Libellen- und Wasserschirm (Shade Nr. 1495) bezeichnet, wird heute als eines von über dreißig Lampenentwürfen anerkannt, die von Clara Driscoll, der Leiterin der Damen-Glasschneideabteilung, entworfen wurden. Ihre Urheberschaft wurde erst nach der Entdeckung ihrer Korrespondenz im Jahr 2007 vollständig anerkannt, was zur Ausstellung *A New Light on Tiffany* führte.

Kupferfolie und Filigranarbeit

Dieses Modell ist ein Meisterwerk der Kupferfolientechnik. Die Kupferfolienmethode ermöglichte die komplexen Rundungen und feinen Details des Designs, die mit traditionellen, steiferen Bleiprofilen schwer zu realisieren gewesen wären.

  • Die Lampe zeichnet sich durch die Integration von Metallarbeiten (Filigran) über dem Glas aus, speziell um die zarten Adern der Insektenflügel darzustellen.
  • Die Körper der Libellen sind oft erhöht und ihre Augen bestehen aus funkelnden Glasjuwelen.
  • Die Libellen sind oft über unterschiedlich blauem Wasser abgebildet, durchsetzt mit Wasserpflanzen und rosa Blüten.

Historische und kommerzielle Bedeutung

Die Libellenlampe gehört neben der Glyzinie und der Mohnblume zu den wertvollsten und ikonischsten Designs der Tiffany Studios. Der Erfolg solcher Lampenschirme war entscheidend für die von Driscoll geleitete Fancy Goods Department. Als männliche Gewerkschaften 1903 mit einem Streik drohten, bemerkte Driscoll, dass der größte Teil ihres Umsatzes von Lampenschirmen stammte, was die kommerzielle Unabhängigkeit und den Einfluss der Frauenabteilung unterstrich.

Erfahren Sie mehr über die Designer und die kollaborative Natur des Studios in unserem Artikel über Clara Driscoll und die Tiffany Girls.